Der friesische Rapper BoykottOne feiert heute, am Autismus Awareness Day, das Release einer ganz besonderen Single: „Autistin“ erscheint mit aufwendigem Musikvideo und wurde von der Hamburger Künstlerin Finna produziert. Der Song erzählt auf nahbare Art und Weise die Geschichte einer betroffenen Person samt Selbstzweifeln, Leidensdruck und Hürden auf dem Weg zur Diagnose. BoykottOne hat nicht nur persönlichen Bezug, er will mit „Autistin“ auch Sichtbarkeit schaffen, Systemkritik üben und Identifikationsfläche bieten – insbesondere für weiblichen Autismus.
BoykottOne selbst sagt über seine Motivation für diesen Song: „Ich möchte nicht als nicht direkt betroffener Mann für autistische Frauen* sprechen. Ich möchte das Thema sichtbarer machen, ihnen sagen, dass es Menschen gibt, die sie sehen und im besten Fall sorgt dieser Song für Empowerment bei den Betroffenen. Es ist längst überfällig, dass Männer den Mund aufmachen, wenn es um feministische Themen geht. Und die fangen nicht erst bei sexuellen Übergriffen an, sondern schon dort, wo FLINTA*-Personen übersehen, übergangen oder nicht gehört werden.„
„Sie ist Autistin, überhaupt nicht schlimm /
Und auf einmal ergibt alles einen Sinn /
Schlimm ist nur die Welt, die sie umgibt /
Und, dass solche Menschen einfach keiner sieht“
BoykottOne skizziert behutsam den Prozess des Maskierens und die einhergehende Einsamkeit, die viele neurodivergente Menschen nur zu gut kennen. Dabei wagt er sich auch stilistisch in neue Gefilde und präsentiert uns lyrisch versierte, emotionale Zeilen statt progressive Punchlines. Das dazugehörige Musikvideo, bei dem BoykottOne eigenhändig Regie geführt hat und Jules Lange, als Person die sich selbst im Spektrum befindet, Produktionsleitung war, gleicht einem Kurzfilm und fängt die bewegende Geschichte des Tracks visuell gekonnt ein.

